Flundern und Sehnsüchte!

Ausgezeichnet geschlafen! Das Wetter scheint auch noch bissl mitzuspielen, zumindest regnets noch nicht .oO aber erstmal Fruehstueck. Was soll ich sagen, erstklassig … verdammt leckeres Ruehrei und Matjesbrötchen gabs auch schon … bissl Saft noch und einen Kamillentee und der Tag kann beginnen 🙂

Heut wird ein Stueck Umgebunrund_um_putgarteng erkundet, erstmal schauen wo ich ueberhaupt bin und was  so im naeheren Umkreis zu entdecken bzw. zu finden ist. Ich pack mal die Karte gleich hierher, da sieht man auch, dass ich heut nich besonders kreativ gelaufen bin, aber das macht fast gar nichts.oO

Startpunkt Hotel und dann nach West/Nord immer schoen im Uhrzeigersinn …

Gleich ziemlich am Anfang dieses Gebäude … hab mich nich hingetraut. Irgendwie hab ich Angst vor manchen Gebäuden oO weiss auch nicht woran das liegt, aber das Ding ist mir unheimlich unheimlich. Vielleicht liegts an der Form oder dem mangelnden Wissen, was in dieser Kugel drin ist? Ging mir letztens aufm Brocken auch schon so, ich scheine irgendwie kaputt zu sein. Eigentlich sind Kugeln ja perfekte Formen und fuer sich sehr sehr liebenswert … weiss ich, weil ich jeden abend beim schlafen eine forme 🙂 … man denke nur an Platons Kugelmenschen, wenn das nich schoen ist, dann weiss ich auch nicht. Ich glaub ich schweife ab, naja, egal, hab vorhin aber nochmal nachgeschaut, es ist ein Stützpunkt der Bundeswehr (Fernmeldesektor 105). Damit kann ich nix weiter anfangen, Tante google wusste auch nich mehr, moeglicherweise sollte ich morgen mal da anrufen.

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Bei Angst vor Objekten faellt mir gleich wieder ein, dass es da tatsaechlich mal ne Frau gab, die den Eifelturm geheiratet hat (hab zuviel Zeit, deswegen gibts dazu auch noch nen link). Somit scheint alles im gruenen Bereich und ich bin nich kaputt nur putzig 🙂

Weiter ging es abwechselnd am Strand entlang und dann wieder den Hochuferweg bis Kap Arkona.

Das Wetter mag nich mehr, also das schoene .oO und es beginnt waagerecht zu regnen, einerseits praktisch, man muss nur den Mund aufmachen, und kann auf Wasserflasche & Co verzichten. Andererseits macht es keinen Sinn mehr zu rauchen, es scheitert schon an der Herstellung einer brauchbaren Zigarette 🙂 Dafuer ist so gut wie kein anderer unterwegs und die Spuren im Sand sind ganzganz sicher von mir! An den Formen und Farben der Muster hab ich hingegen nur wenig bis keinen Anteil, kann mich daran einfach nur nich recht satt sehen … die Augen bleiben immer irgendwo bewundernd haengen … das plant keiner, einfach nur Physik und millionenmal an Steine geschlagene Muscheln .oO

Die Leuchttuerme lass ich rechts liegen und bleibe auf dem Hochweg, auf die beiden werd ich an sturmaermeren Tagen mal klettern und bestimmt berichten. Sicht ist heut eh nicht berauschend, Sturm, Regen, alles grau.

Der Weg ansich ist schoen, auch fuer Radfahrer gut geeignet und scheint um ganz Ruegen zu gehen.

(___(_______ ~~  … das haett ich mal lieber gelassen, Schnecken sind eklig, besonders wenn sie sich heimlich getarnt unter Tuerklinken befinden .oO aber dafuer gibts eine norddeutsche Weisheit: Sturm ist erst, wenn das Schaf keine Locken mehr hat! Sowas in der Art hatte ich heut auch ab und an im Kopf, wenigstens als Bildunterschrift fuer …

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Weiter gehts nach Vitt, einem kleinen Fischerdorf, das auch heut aus nur einer handvoll Huetten besteht, bei denen aufs dach zu gelangen keine Leiter notwendig und alles in allem aus der Ferne noch unberuehrt und ein bisschen wie vor 900 Jahren ausschaut. Es gibt keine Strassen, nur Wege aus Sand … das fehlen von Zivilisationsmerkmalen verwirrt ein bisschen 🙂 Man munkelt, ok, man ist sich ziemlich sicher, aber ich sag so gern „munkeln“, dass um 1000 am Kap die Slawen einen Tempel und Burg errichtet hatten, und dazu war Vitt vermutlich der Hafen. Vom Burgwall selbst ist nicht mehr allzuviel gesehen, das Meer fordert sein Opfer in vorm von ~30 cm pro Jahr und man muss wohl davon ausgehen, dass vom fruehmittelalterlichen Baugenie 2/3 nicht mehr vorhanden sind, ganz zu schweigen vom Verlust der alten Relegionen (Svantevit).

Die Steilküste ist sehr beeidruckend, ganz besonders, wenn jederzeit ein Stueckchen abrechen kann … ich glaube den vielen Schildern, die auf gesperrte Bereiche hinweisen. Ich freu mich heut schon auf morgen, der Kreidefelsen ist noch ein bisschen beeindruckender.

Die Abstiege sind super in Schuss und abwechslungsreich. Manchmal einfach nur schraeg die Kueste runter, oft Treppen, die ob ihrer unterschiedlichen Hoehe und Weite herausfordernd sind, manchmal durch Tore von Straeuchern, wenn es jetzt noch blueht oder Fruechte traegt, waers ziemlich maerchenhaft 🙂

Ich hab CDF wieder gefunden, ja, den von letzter Woche 🙂 war auch auf Ruegen und hat hier keine Plattenberge und Fichteln aufs Pyparus gebannt, sondern Huegelgraeber und Steinwaelle …

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Ich kann den Dingern nicht viel abgewinnen … Gräber entsprechen wohl nicht meinem sonnigen Gemuet, aber mit bissl Nebel oder einem Sonnenuntergang dahinter, kann man schon verweilen und daran denken, wer vor vielen Jahrunderten hier eine so aufwendige Ruhestaette bekommen hat .oO und ich gruebel darueber, wie schwer es ist, zeichnen zu lernen, Bleistift und Papier hab ich irgendwo, ich werds morgen mal ausprobieren …

Ich mag noch einen Blick auf Juliusruh werfen, zumindest aus der Ferne, das erklaert auch den merkwuerdigen Fortsatz auf der Karte 🙂 erledigt und fuer nicht besonders aufregend befunden … war vor 50 Jahren bestimmt aufregender (erste Urlaube meiner Grosseltern mit Kindern … Zelten).

Gegen halb zwei ist die knapp 20 km-Wanderung vorbei und ich freu mich auf eine heisse Dusche und ein Mittagsschlaefchen.

Jetzt sind irgendwie die Flundern ganz hinten runter gefallen .oO ja, die gabs heut abend. Ich glaub das koennt ich jeden Tag wieder sagen: Esst mehr Fisch 🙂 also solange es ihn noch gibt und nicht nur in Filetform, sondern auch manchmal im ganzen, so richtig mit Arbeit und Graeten … vielleicht ist aber auch einfach nur der Koch hier sensationell … der von den Mittagsfischbroetchen ist es auch schon gewesen 🙂

Mehr von Sehnsucht? Ja, schweres Thema und viel Zeit Gedanken darueber im Herzen zu bewegen … So richtig gut kann man nicht sagen, wonach man sich sehnt .oO Es ist nicht so einfach wie beim Gluecklichsein, obwohl man sich auch danach sehnen kann?! Man steht auf Bergen und schaut ins Land und alles wird ganz winzig und klein, auch die Probleme, die man mit sich herumtraegt und als Gegenpol: das Meer. Man schaut in unendliche Weite und nichts dient dem Auge als Anker, nur der Himmel und das Wasser und dann hinterm Horizont eine Idee, ein Gedanke an Neuanfang, Freiheit und etwas ganz anderes .oO und schwupps sehnt man sich nach einer Illusion.

Halber Tag an alle, nichts und mich gedacht und das ist das armselige Ergebnis .oO

Vielleicht muss man einfach nur lospaddeln, ohne Ziel und ankommen oder auch nicht? Oder genuegt es eines mit sich selbst zu sein? Eine eigene Kugel, ein Universum nur fuer sich, ohne Change andere zu verletzten … es klingt alles irgendwie wie Sehnsucht nach Stille .oO

Ich glaube ich werde ein wenig duester und das muss heut nicht sein. Morgen ist ein neuer Tag und neue Dinge sind bereit entdeckt und aufgenommen zu werden … *waeh* und schon angel ich schon nach der naechsten Illusion, das ist wie Ostseesand daran zu hindern aus der geballten Hand zu rieseln .oO Geht vielleicht einigermassen, wenn er pitschnass ist, aber das ist dann nicht ganz das Gleiche.

Möglicherweise ist Sehnsucht auch zu sehr mit einem Ding wie „Zeit“ verknuepft … es gibt nicht viele Dinge, nach denen wir uns immer sehnen. Und dann ist natuerlich auch noch das Problem von zu frueh, zu spaet, aber nie passend; zu wenig, zuviel Zeit, hm. Der Weisheit letzter Schluss liegt am Boden der Weinflasche … ich gelobe Besserung …

Egal, irgendwer ruft die Seite staendig neu auf … ich sollte wohl fertigwerden 🙂

Morgen wird entweder ein Gammeltag mit Sauna und lesen, dann wirds morgen abend in Ermangelung von Eindruecken keine Post geben, oder ich brech Richtung Naturpark und Kreidefelsen auf.

Wie hat gleich nochmal ein bekannter neuzeitlicher Philosoph gesagt: Schaumer mal, dann sehmer schon!

In diesem Sinne, bis bald …

Nachtrag:

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Wie heissen gleich nochmal die Wolkenstreifen, die der Wind grad testbildgleich am Mond vorbeipeitscht? Meterologe oder Wolkenkundler muesst man sein 🙂

 

 

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