Bastei vs. Höhenangst

and the winner is: BASTEI 🙂

War ne ganz schön kurze Nacht quasi vor sieben vorbei .oO dafür kann ich jetzt ein Lied von quaengelnden Kindern singen, die partout nicht in ihre Klamotten schlüpfen oder besser: warum können die Socken nich alleine die Füss hochkriechen??? Ich glaub ich werde heut auf jedenfall „och neeeeeii“ mitnehmen 🙂

Nach Verbringung des Nachwuchses in die Hände fähiger staatlicher Betreuer zwecks Interaktion mit sozialen Gruppen gleichen Lebensalters, gab es ein gar vorzügliches Frühstück auf Balkonien. Gut gestärkt ist halb gewandert!

Heut gehts nach Wehlen, eine kleine Wanderhochburg in der sächsischen Schweiz.

… welche Wirkung selbst begrenzte Wildnis auf den Menschen hat, das hat offener Sinn überall registriert: Wir staunen und beunruhigen uns, wir sind begeistert und erschauern, wir empfinden Sehnsucht und ein rätselhaftes Gefühl von Dauer … (Lenz)

stand auf einer Hinweistafel … die liebe der deutschen zum Wald ist schon etwas sehr sehr sehr spezielles. Die Wildnis an sich wunderbar, auch wenn man hier eigentlich jederzeit nur einen Steinwurf von der Zivilisation entfernt ist …

… man könnte wohl auch so überleben … wieso hab ich grad ganz schön Appetit auf ein leckeres Hallimasch-Sueppchen??? Egal, sehen aus wie eine Kopie ausm Pilzbuch. Ich glaube man käme in der Natur auch so ganz gut zurecht 🙂

Nach Wehlen stand der Steinerne Tisch auf dem Plan, ein schönes kleines Jagddenkmal aus dem vorvorigen Jahrhundert. Die Wege sind verdammt gut ausgebaut und alle Nase lang hervorragend markiert. Die Bastei ist das nächste Ziel, ich hatte die Felsbruecke letztes Jahr schon von der Elbe aus gesehen, heut gehts ums Ganze und ich kann mich mal wieder mit meiner Abneigung vor allzugrosser Höhe auseinandersetzen.

So richtig entspannt seh ich vielleicht nicht aus, hab mich aber doch recht tapfer geschlagen 🙂 ich glaube es war gut, dass immer irgendwo auf Augenhöhe noch ein Felsen zu sehen war und genug Leute und Steinboden statt Glas 🙂

Entlohnt wird man durch einen schönen Ausblick …

Einfach nur schön … hm, ich glaub ich schwärme schon wieder bissl viel .oO vielleicht bin ich aber auch schon vollkommen in die Urlaubsstimmung eingetaucht 🙂

Ein kleines Intermezzo wird alsbald auch noch dargebracht … ein beinahe operntaugliches Stimmchen parliert am Wegesrand Volksweisen für ein bisschen Kleingeld … nichts ist schöner als in sonnenbeschienenem Wald „Aennchen von Tharau“ zu hören … leider war mein trivialer Wunsch nach „bunt sind schon die Wälder“ nicht von Erfolg gekrönt, schon nach einer Strophe versagte dem Barden die Textsicherheit 😦

Weiter gehts! Der Abstieg führt über viele Treppen, das Knie jubiliert! Wir gehen noch ein Stück bergauf, vorbei am Amselsee mit vielen gut sichtbaren Regenbogen- und Goldforellen, hier möchte man Angler sein oder einfach nur mal versuchen mit bloßen Händen, einen Fisch zu ergattern.

Das gelingt dann kurze Zeit später … gegen einen kleinen Haufen Münzen wechselt eine frisch geräucherte Forelle ihren Besitzer und wird mich morgen beim Frühstück bestimmt glücklich machen.

Vorher statten wir dem Amselfall noch einen Besuch ab. Ich glaub hier wird das Wort von Lenz ein bisschen Wirklichkeit …

Staunen und Ruhe, Begeisterung und Schauder, Sehnsucht und Unendlichkeit … hier kann man viel davon spueren .oO und dann zerbricht hinter dir scheppernd ein volles Bierglas .oO man kann wohl wirklich nich alles haben 🙂

Rathen ist nicht mehr weit, am Ende stehen knapp 13 km auf der Uhr und auch ein paar Höhenmeter.

Die Kinder sind hungrig und lassen sich leicht zu Ausserhauskost überreden. Gleich wird fürstlich chinesisch diniert, Buffet ist was ganz tolles 🙂 ich muss dringend ein pokemon-experte werden .oO aber das ist wohl eine andere Geschichte.

Ich glaub dafür ist auch später noch Zeit. Heut Abend wird es weiter mit Politik und Bier und Allerweltsthemen auf dem Balkon gehen und morgen nochmal in den schoen schaurigen Wald 🙂

Ich freu mich drauf und werde mal lieber ob des allgemein schlechten Trainingsumstandes noch eine Magnesiumtablette einwerfen … und Postkarten schreiben 🙂

Letzteres würde auf morgen vertagt, bin dekadent vollgefuttert und gespraechsmuede … ist auch keiner mehr da zum plaudern, nur die Kirchtürme bummeln zuverlässig alle viertel Stunde. Stilla da draussen, Stille im Herzen, manchmal wünscht man sich mehr Schmerzen.

Ich glaub mir geht es zu gut, aber was soll’s, ein *Prost* auf alles … und auf der allgemeinen glücklicherweise prangt heut eine mächtige 4.2 🙂

In diesem Sinne …

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